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 Forum für Strickstrumpfhosen, Strumpfhosen und alles was dazugehört
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 In Strumpfhosen unterwegs 05.10.2014 (22:12 Uhr) Till
Dass ich zuhause gerne Strumpfhosen anziehe, habe ich schon öfter geschrieben. Auch an kalten Tagen ist eine Strumpfhose unter dem Anzug oder beim Wintersport für mich schon seit vielen Jahren selbstverständlich.
Sehr selten bin ich allerdings bislang in Strumpfhosen öffentlich gelaufen. Das eine oder andere Mal hatte ich ein Abenteuer in kurzen Hosen, aber nichts hat die Dimension erreicht, die ich die letzten Tage hatte.
Ich war die letzten drei Tage wandern und den wesentlichen Teil der Strecke bin ich in einer dünneren braunen Strumpfhose und kurzen Hosen gelaufen.
Zunächst bin ich mit einer langen Zip-off - Hose losgegangen. Da der Ausgangspunkt meiner Wanderung ca. 1,5 Stunden von der Heimat weg war, bin ich recht früh los und das war von der Temperatur noch recht angenehm. Nach dem ersten Umsteig wurde es mir allerdings schon warm und ich habe mich "offgezippt". Da saß ich nun mit dem braunen Beinkleid in einem spärlich besetzten Zug und wartete, was da noch komme und wie weit mich der Mut treibe. Tatsächlich stiegen dann in Nördlingen unendlich viele junge Leute zu, die auf dem Weg nach München zum Oktoberfest waren. Auffällig, dass so viele junge Leute derzeit in Trachten und Dirndln unterwegs sind. Dabei ist nebenbei bemerkt die Feinstrumpfhose für die Mädels ein Muss.
Ansonsten werde ich spätestens bei vielen Leuten etwas nervös aber dieses Mal war es für mich irgendwie normal, so rumzulaufen, wie ich war.
Vor dem Start der Wanderung in Donauwörth bin ich dann noch einen Kaffee auf der Wörnitzinsel trinken gegangen. Die Blicke der Wirtsläute verrieten zwar eine gewisse Irritation, ich wurde aber normal bedient. Also ging es jetzt los, bei noch nebligem Himmel. Der erste Teil des Wegs ist gleichzeitig ein recht frequentierter Radweg, so dass mir einige Menschen entgegenkamen. Auffällig war doch der Blick auf meine Beine, ich konnte es aber recht stoisch zur Kenntnis nehmen, zumal ich bald merkte, wie angenehm es sich in dieser Kombi laufen ließ.
Bald kam dann doch die Sonne raus und es wurde langsam wärmer. Am Nachmittag beschloss ich dann, die Strumpfhose gegen Socken auszutauschen und bin so den Rest des Wegs bis zu meiner ersten Unterkunft als "Normalo" zu Ende gelaufen.
Am nächsten Morgen genügte ein kurzer Lüfter aus meinem Hotelfenster um zu erkennen, dass es doch wieder recht kalt geworden war. Ich bin dann erst einmal in Kniebundhose, darunter wieder die braune Strumpfhose und Sneakers frühstücken gegangen. Da als allererstes ein steiler Anstieg anstand, entschied ich mich doch, die Kniebundhose wieder gegen die kurze Hose auszutauschen. So habe ich auch das Hotel gezahlt, wobei mir ca. 15 Leute im Frühstückssaal auf die Beine gafften. Da habe ich das schon genossen.
Da es an diesem Tag nie richtig aufmachte, bin ich die ganze Strecke von ca. 28 km unverändert mit der Strumpfhose und kurzen Hose gewandert, habe mehrere Rast in Biergärten und Gaststätten gemacht und bin einigen Wanderern und Radfahrern begegnet. Hatte ich am ersten Tag noch den Eindruck, ziemlich begutachtet zu werden, so war dieses Gefühl am zweiten Tag schon weg. Es war eben
schon normal für mich und die Bekleidung war für das Wetter und die Temperatur von nicht ganz 15 Grad einfach auch perfekt. Am Ziel meiner Wanderung traf ich dann zufällig einen anderen Wandersmann, der dieselbe Unterkunft wie ich aufsuchte und wir haben uns dann auch den ganzen Abend wunderbar unterhalten. Auch der Stammtisch hat keinen Aufhebens um meine Kleidung gemacht und uns locker integriert. Freundliche Leute eben, die Schwaben. Oder man ist in der Pampa halt nicht wählerisch, wenn es mal was oder wen Neues gibt.
Ich dachte dann, es ist jetzt gut, nach zwei Tagen Wanderung kannst du die Strumpfhose eh nicht mehr anziehen. Tatsächlich war ich dann aber erstaunt, dass es geruchstechnisch überhaupt kein Problem war, die Strumpfhose auch am dritten Tag anzuziehen. Im Gegensatz dazu können normale Wandersocken da doppelt einpacken. Diese Mal habe ich aber meine Kniebundhose anbehalten, da es sehr neblig und nasskalt war. So bin ich dann wieder vollends kaputt aber glücklich daheim angekommen. Meine Frau hat sich zwar etwas über mein Outfit gewundert, aber eigentlich ist sie bei mir schon einiges gewohnt!
Mein Fazit: Es war einfach toll, die ganze Zeit öffentlich in Strumpfhosen rumzulaufen und es war auch sensationell angenehm. Ich hatte immer trockene warme Füße und die Temperatur war optimal ausgeglichen. Funktionskleidung hätte nicht besser sein können. Die Reaktion auf mein Outfit war mager. Es wird eben doch zuerst der Mensch gesehen. Ich glaube, die meisten überschätzen die Wirkung! Ich hoffe, ich kann die Wanderung bald fortsetzen und freue mich jetzt schon darauf.

 Re: In Strumpfhosen unterwegs 06.10.2014 (17:09 Uhr) Oliver
Hallo Till,

beobachtet zu werden ist wohl dein subjektives Gefühl.

Parallel hatte ich Gestern hier geschrieben, dass nicht ein Mensch den Sommer über Notiz von den Microfaser-Strumpfhose genommen hat.
Die SH weder durch am Schuh, noch durch Radhose am Gesäß verdeckt. Nur das Trikot über den halben Po.
Selbst bei gut 20grad im Gespräch mit Wanderern hat niemand seine Blicke notorisch auf die Beine gehabt.
Auch heute mit SSH in der Arbeit. Auf dem nach Hauseweg an der roten Ampel. Neben mir zwei Junx (etwa 11-13) habe keine Notiz davon genommen.

Ich vermute, deine Gefühle sind selbst gemacht. Du würdest es dir gerne Wünsche das es so wäre.
Ist es aber nicht.

Gruß
Oliver
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 12.10.2014 (13:44 Uhr) andi4cm
Hallo

Ich mußte zwar noch nicht oft meine Strumpfhosen zeigen aber einmal wollte meine Freundin mich wohl bloßstellen.

Dazu mußte ich über die Marineblaue Strumpfhose eben eine Ziphose anziehen die sich 2-fach zippen lässt. Wir sind dann in eine andere Stadt gefahren (etwa eine Stunde entfernt) und sie hat mich auf einem Parkplatz am Rand der Stadt rausgeschmissen mit abgezipptem unterem Teil. So musste ich dann einmal quer durch die Stadt wo sie auf einem anderen Parkplatz auf mich wartete. Da nur der untere Teil abgezippt war, war nicht viel zu sehen von der Strumpfhose. Das war dann auch überhaupt kein Problem. 200 Meter zur S-Bahn, einmal umsteigen und wieder etwa 300 Meter zum Parkplatz. In der S-Bahn bin ich stehen geblieben und so war auch da nicht besonderes viel sichtbar.

Weil ich dann aber ihrer Meinung nach zu schnell war hat sie den oberen Teil der Hose auch noch ab gemacht, mir das Geld abgenommen und mich wieder zurück zum ersten Parkplatz geschickt. So stand ich da mit meiner nun echt kurzen Hose. 15 cm über dem Knie war Schluss. Nun musste ich zu Fuß durch die ganze Stadt was mich an die 2,5 Stunden gekostet hat.

Die Blicke und das Gelächter der vor allem jüngeren Mitbürger war öfters nicht zu überhören und blöde Sprüche blieben auch nicht aus.

@Oliver: Deine Erfahrungen daß sich niemand darum schert kann ich nicht ganz bestätigen. Wie schon gesagt. Vor allem Jugendliche waren manchmal echt direkt und haben mich dann doch schnell dazu gebracht meine Situation höchst peinlich zu finden.

Mit meiner Freundin habe ich übrigens vereinbart sowas nicht mehr machen zu müssen.

Gruß Andi
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 12.10.2014 (14:41 Uhr) FSHBoy99
Ich war heute mit dem Rad unterwegs. Kurze Radlerhose und Strumpfhose drunter.
Strumpfhose absolut blickdicht und schwarz. Mir sind keine Reaktionen aufgefallen.
Gersae jetzt, wenn es nicht mehr so warm ist, ist das eine gute Kombination.
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 12.10.2014 (22:37 Uhr) pantyfish
@fshboy: ich hab bei der Kombi FSH unter Radhose immer das Problem des Wundscheuerns gehabt, da das Radhosenpolster ja nicht direkt am Körper anliegt. Daher habe ich das seingelassen - ich würde gerne, wäre auch überhaupt kein Problem, aber auf dem Rad finde ich in der Tat die klassische Radfahrwäsche besser: Polster-Radhose mit Beinlingen, die ich ruck-zuck an und ausziehen kann je nach Wärme-/ und Kühlbedürfnis.

Aber für kurze Strecken geht das sicher mit der Strumpfhose. Microfaser ist wohl noch mit am besten geeignet, scheuert nicht so wie das Nylonzeuchs.

Gruß

pantyfish
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 13.10.2014 (17:59 Uhr) Oliver
Servus,

deswegen ziehe ich die Strumpfhose(grundsätzlich Microfaser) beim Radfahren über die Radhose.
Auch bei 55KM und 1800HM in den Alpen gabs keine Probleme.

Was hinter euch, es genauso zu machen?


Gruß
Oliver
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 13.10.2014 (19:00 Uhr) pantyfish
@Oliver: Du hast nicht das Problem, daß Strumpfhose und Radhose gegeneinander verrutschen?

Mich hindert nichts daran, es genauso zu machen, grad wo ich unheimlich gerne in Strumpfhosen rumlaufe, aber auf dem Rad ist vielteilige Radkleidung meiner Erfahrung nach praxistauglicher. Glaub mir, ich habs ausprobiert, spätestens bei längeren Strecken (über 50km) wird der Unterschied mehr als deutlich. Wenn ich in Strumpfhosen offen rumlaufen will, trage ich sie unter Shorts. Auch kein Problem, ansetztendes Gelächter wird sofort durch Gegengelächter gekontert, das klappt immer! :)

Gruß

pantyfish
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 13.10.2014 (22:01 Uhr) Klausi2000
Hallo zusammen

Ich möchte hier kein Weltbild zerstören und euch auch nicht schlecht machen. Vermutlich seid ihr alle toleranter als die meisten Menschen. Nur glaube ich (und das aus eigener Erfahrung) daß ihr euch etwas einredet das ihr vermutlich selber nicht wirklich glaubt.

Ich will euch einfach mal die Geschichte meines nun knapp 13 Jahre alten Sohnes erzählen.

Mein Sohn kam mit einer angebohrenen Venenschwäche zur Welt. Das wurde entdeckt als er etwa 7 Jahre alt war. Venenschwächen treten normalerweise erst im höheren Alter auf, bei einem von etwa 250000 Menschen treten diese aber auch schon in der Kindheit auf. Bei etwa jedem 50'sten davon in der frühesten Kindheit oder gar von Geburt an. Im Lotto gewinnen ist also fast so wahrscheinlich.

Mit 7 wurde also mit der Behandlung begonnen. Oft reicht spezielle Venengymnastik, bei meinem Sohn aber leider nicht. Also bekam er Kompressionskniestrümpfe verordnet die er täglich und fast dauernd zu tragen hatte. Mal davon abgesehen daß die Dinger unbequem und warm sind hat er sie ohne murren akzeptiert. Mit 10 Jahren verschlimmerte sich das ganze noch erheblich weshalb von Kniestrümpfen auf Kompressionsstrumpfhosen der höchsten Stützklasse gewechselt werden musste. Und damit begann das Drama.

Schon von Anfang an benötigt er Hilfe beim an und Ausziehen der Strumpfhosen. Das geht einfach nicht alleine. Also ist es auch nicht möglich vor gemeinsamen Aktivitäten mit gleichaltrigen zum Beispiel beim Schulsport oder im Sportverein die Dinger schnell auszuziehen. Das wäre eh nicht förderlich für seine Venen. Also musste alles eben mit den Strumpfhosen passieren.

Fazit: Wir haben bisher 2 mal die Schule gewechselt, 3 mal den Sportverein und er, ein ehemals fröhliches, frundliches und unternehmungslustiges Kind ist zu einem verschlossenen Stubenhocker geworden der von der Menschheit enttäuscht ist.

In der Schule waren Spott und Hänseleien an der Tagesordnung obwohl die Lehrer versucht haben Verständnis zu wecken. Tunte und schwule Sau waren noch harmlose Ausdrücke. Ebenso im Sportverein. Auch da machte es jeweils nach ein paar Wochen keinen Sinn mehr ihn den Hänseleien seiner Mannschaftskollegen auszusetzen.

An der neuen Schule hat er strikte Sportbefreiung um auf jeden Fall zu verhindern daß irgend ein Klassenkamerad auch nur das geringste mitbekommt. Bisher läuft es ganz gut obwohl der Sportunterricht immer eines seiner Lieblingsfächer war.

Seit 5 Monaten ist er in einem Karateverein. Hier hat der Trainer extrem einfühlsam die Karateschüler auf das Problem meines Sohnes aufmerksam gemacht und es geschafft den Kindern Toleranz und Verständnis abzuringen. Ich hoffe daß er das Glück hat wenigstens hier als normales und sportbegeistertes Kind eine lange Zeit geniesen zu können.

Soviel zum Thema.

Danke fürs Lesen.

Gruß Klaus



 Re: In Strumpfhosen unterwegs 14.10.2014 (17:20 Uhr) Klausi2000
Hallo

Ja was ist? Ich hab doch wohl nicht euer Weltbild aus dem Rahmen gerückt? Oder hat es euch nur die Sprache verschlagen, wie Kinder und Jugendliche sein können?

Über eine sinnvolle Unterhaltung würde ich mich schon freuen. Also los.

Klaus
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 14.10.2014 (18:51 Uhr) Till
Hallo Klaus,

Ich kann deinen Frust und die Leiden deines Kindes sehr gut nachvollziehen.
Leider leben Kinder und Jugendliche heute in einer uniformierten Welt. Wer anders ist,
wird schnell ausgegrenzt und - je nach Klasse - auch gemobbt. Schwäche wird nicht geduldet,
da ist es für ein Kind einfacher, behindert zu sein. Das wird eher akzeptiert.
Ich denke aber, dass es tatsächlich möglich ist, im begrenzten Rahmen gut damit umzugehen.
Der Karatelehrer beweist dies ja.
Letztendlich ist es auch ein Mangel an Erziehung durch Eltern, Lehrer und ein Mangel an Einfühlungsvermögen der Kinder in einer durch Technik geprägten Welt, wo zu viele eh schon mit allem möglichen überfordert sind.
Bloß Klaus, ich fürchte wir waren früher auch nicht viel besser!
Ich hoffe für deinen Sohn auf jeden Fall, dass er in der neuen Schule und im Karateverein auch Freunde findet und so etwas Selbstbewusstsein und Eigenidentität aufbauen kann.
Denn dies ist immer noch der beste Schutzschild gegen Anfeindungen. Auch nicht alles persönlich nehmen und einen Idiot einen Idiot sein lassen, hilft oft.
Ab einem gewissen Alter ist die schlimmste Phase vorbei und er wird gut damit umgehen und leben können.
Auf jeden Fall gebe ich dir in einem Recht: Ich wäre früher nicht im Traum darauf gekommen, mit Strumpfhose in die Schule zu gehen. Das geht nur heute, mit entsprechendem Alter und entsprechendem Selbstbewusstsein.

Grüße
Till
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 15.10.2014 (18:20 Uhr) Klausi2000
Hallo Till

Danke für deine Antwort.

Wer anders ist wird schnell ausgegrenzt. Das stimmt wohl und mein Sohn hat das schmerzlich spüren müssen. Du schreibst dass wir früher vermutlich gleich waren. Zu einem gewissen Grad ja. Nur waren wir mit 13 noch Kinder und durften das auch noch sein. Aber wir hatten auch zu gehorchen. Unseren Eltern und auch unseren Lehrern. Und wir hatten auch noch Respekt vor unseren Eltern, Lehrern, Tieren, Dingen und auch anderen Menschen. Und wir hatten Freunde. Bedingungslos. Und wenn einer unserer Freunde ein Problem hatte dann hat er auf uns bauen können.

Wenn uns vor über 25 Jahren jemand vom Problem meines Sohnes erzählt hätte dann hätten wir uns vermutlich bemüht ihm zu helfen. So gut wie wir es eben gekonnt hätten.

Heute? Heute ist ein persönlicher Kontakt nicht mehr wert als eine Facebookbekanntschaft oder der virtuelle Gegner aus einem Computerspiel. Und auf den schießt man ja nur. Und so wird eben auch im wirklichen Leben agiert.

Dann auch danke für deine guten Wünsche. Ich glaube daß er beim Karate gelandet ist. Angekommen und angenommen wie er eben ist. Das bringt aber die Philosophie von Karate eben mit sich. Achtung und Disziplin. Das war ein Grund es mit Karate zu versuchen.

In der Schule kann alles von heute auf morgen wieder kippen. Es kann durchaus sein dass er irgendwann einfach umkippt. Weil eben das Blut nicht mehr aus den Beinen ins Gehirn kommt. Das merkt er erst 2 Sekunden vorher und er kann es dann auch nicht mehr verhindern. Dann gibt es eine ganz klare Vorgehensweise. Auf den Rücken legen. Gürtel, obersten Knopf und Reißverschluß der Hose auf, und beine ganz hoch. Gürtel, Knopf und Reißverschluß auf damit nichts eingeschnürt wird und das Blut ungehindert aus den Beinen läuft. Das tut als allererstes ein Lehrer. Die haben klare Anweisungen. Einmal ist das bisher auch passiert. Sollte aber kein Lehrer da sein haben eben seine Klassenkameraden die selben Anweisungen. Und spätestens wenn die Hose geöffnet wird fliegt unter Umständen alles wieder auf. Ich hoffe daß es dazu nie kommt.

Wenn die Füße oben sind ist meist in nicht einmal 5 Minuten alles wieder bestens. Es braucht keinen Arzt und auch keinen Krankenwagen.

Es kann ja durchaus sein daß diese Dinge die mein Sohn gerade mitmacht und erleben muß in einigen Jahren wirklich belanglos werden weil Erwachsene sich nicht mehr um andere scheren und das "Anders" eben nicht mehr sehen oder sehen wollen. Vielleicht stumpft er auch soweit ab daß es ihm schlichtweg egal ist was andere sagen. Sein Venenproblem und somit seine Kompressionstherapie wird er allerdings sein Leben lang vermutlich nicht los.

Ich denke ich kann ihm nur wünschen und auch mit aller Kraft dafür sorgen daß das "Anders" sein kleines und ganz persönliches Geheimnis sein kann. Und das funktioniert leider nur wenn ich ihn vor seinen Mitmenschen schütze und in einem gewissen Maß sogar von ihnen abschirme. Schade eigentlich.

Gruß Klaus
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 16.10.2014 (17:07 Uhr) pantyfish
Anders sein...
Servus Klausi,

anders sein ist immer ein Problem. Vielleicht habe ich genau deswegen heute ein so entspanntes Verhältnis zum Umgang mit "Blicken in der Öffentlichkeit", obwohl bei mir nicht ein Venenleiden zum Anderssein führte, sondern ein Verhaltenshandicap, das ich mir genausowenig ausgesucht habe und auch nicht ändern konnte. Ich kann Außenseiterrollen also durchaus nachvollziehen. Lösung für das Problem habe ich keins - doch halt: den Kontakt mit besonders dummen, voreingenommenen Menschen meiden, egal wie arrogant das klingt.

Gruß

pantyfish!
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 17.10.2014 (00:48 Uhr) blue moon
Wenn man doch genau weiß, dass man anders ist, die Leute darüber lachen und man damit seine oder vielleicht sogar die gesamte soziale Existenz seiner Familie aufs Spiel setzt, warum macht man es dann?

Wenn ich in Strumpfhosen raus gehe - und das tue ich seit meinem 11. Lebensjahr vor 36 Jahren - dann schwebt da immer noch die Angst mit, von Bekannten erwischt und sozial geächtet zu werden. Erst in letzter Zeit bin ich bewusst auch tagsüber in Rock und Strumpfhose auf die Straße gegangen. Niemand hat etwas gesagt, aber alle haben gegafft und irgendwie kam ich mir dann auch blöd vor. Nein, normal ist das sicherlich nicht, aber ein Drang, dem man sich schwer entziehen kann.

Man steht auch ziemlich alleine damit, da man mit kaum jemandem ernsthagt ins Gespräch kommt und das Empfinden anderer einfach nicht einschätzen kann. Selbst wenn man das Gespräch mit Verkäufern oder Verkäuferinnen sucht, stehen die der Sache i.d.R. recht reserviert gegenüber.

Nur 2x bin ich überhaupt direkt angesprochen worden. Einmal von einem Mann, der um eine Zigarette gebeten und dabei meine bestrumpften Beine sehr lange gemustert hat, was ich zugegebenermaßen sehr genossen habe, und einmal auf einem Autobahnrastplatz von einem Homosexuellen, der mir gleich unter den Rock gucken wollte. Das fand ich auf der einen Seite zwar recht unangenehm, auf der anderen aber auch aufreizend, von jemandem in Rock und Strumpfhose begehrt zu werden. Denn das wollen wir doch alle irgendwie.

Ich erfuhr aber auch, dass die meisten Homosexuellen gar nicht so sehr auf Männer in Frauenkleidern stehen und da weitaus spießiger und ablehnender sind als mancher Normalo.

Trotzdem liebe ich es, mich so zu zeigen und bilde mir sogar noch ein, dabei Mann zu bleiben.

Ich schminke mich nicht und ziehe auch keine Perücke drüber, lediglich die Jeans tausche ich gegen Rock und Strumpfhose. Was treibt mich nur dazu?
Zuletzt geändert von Verfasser am 17.10.2014 um 00:51 Uhr.
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 17.10.2014 (09:20 Uhr) pantyfish
@blue moon: wenn man anders IST, kann man daran manchmal nicht viel ändern. Aber ich vermute, Du beziehst Dich auf Strumpfhosen.

Da riskiert niemand seine soziale Existenz. Im von Klausi berichteten Fall scheint der Junge in einer ziemlich intelligenzlosen Umgebung großzuwerden. Wenn ein Schüler ein spezielles Leiden hat, das ihn zu Kompressionswäsche zwingt, so wäre meiner Meinung nach das Mindeste, daß das im Biologieunterricht ausführlich thematisiert wird, Entstehung, Häufigkeit, Behandelbarkeit und Folgen der Nichtbehandlung. Aber manchmal kann man "Behinderte" nicht eingliedern, ging mir ja genauso, und das hatte mit Strumpfhosen nun wirklich nichts zu tun.

Ich lege es im Übrigen nicht drauf an, begehrt zu werden. Mir ist das völlig wurscht wer mich begehrt wenn ich in Strumpfhosen rumlaufe. Zur Fußball-WM 2010 hab ich das ausgelebt: gelbe Feinstrumpfhose, rote Radler, schwarzes Glanzshirt, stilecht. Ich denke schon daß ich auffiel, aber ich hatte meinen Spaß daran, als Strumpfhosen-Deutschlandflagge ein echtes Original darzustellen hier in der Stadt. Ich bin da wohl etwas anders als Du ;)

Gruß

pantyfish
 Re: In Strumpfhosen unterwegs 18.10.2014 (10:17 Uhr) Klausi2000
Hallo Pantyfish

So intelligenzlos ist eine 7. Klasse im Gymnasium sicher nicht.

Aber es gibt eben überall die Arschlöcher und Großmäuler die besser sein wollen als andere. Die ihre Macht durch blöde und beleidigende Sprüche vergrößern oder halten wollen. Und dann gibt es die, die sich an solche Arschlöcher hängen und eben genauso Cool sein wollen. Die genauso stark sein wollen. Das sind dann vielleicht 30-40 Prozent der Jungs in einer Klasse. Der Rest ist ja völlig normal oder Opfer.

Diese Gruppe sucht sich dann die besonders schwachen um sie noch zusätzlich zu trangsalieren. Weil die sich ja nicht wehren können. Zum Beispiel eben meinen Sohn.

Mein Sohn ist mal abgesehen von den Venen kerngesund. Er ist körperlich genauso weit wie alle anderen in seiner Klasse. Er ist ein sehr guter Schüler und eigentlich, ich sage mal SUPERSCHLAU. Er könnte sich also in jeder Hinsicht wehren. Körperlich und auch geistig.

Nur: Ein Junge der mit 13 Jahren Strumpfhosen an hat ist natürlich ein herrliches Opfer. Und gegen tiefste Beleidigungen ist auch er nicht Immun.

Ich hoffe ich konnte ein bisschen erklären.

Gruß Klaus

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